Otto Inhester
Gerechter Krieg - Reflexionen über einen unmöglichen Begriff
Zur Kritik an der Theologie des Krieges
2. Was tun Christen, die den Frieden lieben?. 6
3. Zur Übertragbarkeit individueller Notwehr auf eine kollektive Bedrohungslage. 8
4. Was versteht die Offenbarung unter Krieg?. 10
5. Der profane Krieg als heilsgeschichtliches Ereignis. 17
5.1. Die Sakralisierung des Krieges. 21
5.2. Gibt es vor Gott im Krieg einen Unterschied zwischen Verteidiger und Angreifer?. 24
5.3. Kriegsdienstverweigerung, Desertation oder Gehorsam.. 26
5.3.1. … missbräuchlichen Auslegung von Röm.13 und Parallelen. 26
6. „Töten oder morden - wie das 5. (6.) Gebot zu verstehen ist? 34
7. Gibt es einen vor Gott gerechten Krieg?. 37
7.1. Wenn es schon aus irdischer Sicht keinen gerechten Krieg gibt, …. 37
7.2. … kann es da einen vor Gott geben? 40
Du sollst nicht töten : Leo Tolstois Rede gegen den Krieg
Unter dem folgenden Link können Sie die
Rede Tolstois von 1909 herunterladen. Diese Rede ist heute so aktuell wie damals und stellt die Menschen vor eine klare Entscheidung. Zu dieser Klarheit und Wahrheit hat sich die Kirche bis heute nicht durchgerungen. Es geht nicht nur darum, das Gebot "Ein Mensch darf den andern nicht töten!" zu wiederholen "... sondern noch dazu ausdrücklich erklären, dass keinerlei
Erörterungen die Menschen der christlichen Welt von der Verpflichtung, die diese Wahrheit in sich schliesst, befreien können." Diese Befreiung durch die Hintertür liefert die Kirche durch die Theorie des ´Gerechten Krieges` und die Theorie des Gemeinwohls, das zu verteidigen Autoritäten berechtigt, Bürger zu den Waffen zu rufen, was eigentlich beinhaltet, sie zu Mördern zu legalisieren und in den Tod zu schicken.
Tolstoi widerlegt die bürgerlichen Gegenargumente auf eine beeindruckend grundsätzliche, und das ist eine christliche Art.
Geliebte Brüder!
Wir haben uns hier versammelt, um gegen den Krieg zu kämpfen. Gegen den Krieg, das will heissen, gegen das, wofür sämtliche Völker der Erde, Millionen und Millionen von Menschen, einigen Dutzenden, manchmal bloss einem einzigen Menschen nicht nur Milliarden von Rubeln, Talern, Franken, Jens, die einen grossen Teil ihrer Arbeit repräsentieren, sondern auch sich selbst, ihr Leben uneingeschränkt zur Verfügung stellen.
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Unser Sieg ist gewiss, aber nur unter einer Bedingung — unter der Bedingung, dass wir die Wahrheit verkündigen und sie rückhaltlos, ohne alle Umschweife, ohne jede Konzession, ohne jede Milderung heraussagen. Diese Wahrheit aber ist so einfach, so klar, so einleuchtend, so verbindlich nicht bloss für den Christen, sondern für jeden vernünftigen Menschen, dass man sie nur in ihrer ganzen Bedeutung auszusprechen braucht, .....
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